privat

Brunch-Gottesdienst mit Tischabendmahl
Niddatal-Bönstadt,Evangelische Kirche Bönstadt
Hier wird Ihnen ein externer redaktioneller Inhalt bereitgestellt. Sofern Sie sich diesen anzeigen lassen, kann es sein, dass Daten von Ihnen an den Anbieter des externen Inhaltes gesendet werden.
Liebe Lesenden,
Ostern steht vor der Tür. Bunte Eier. Osternester, die wie durch Magie gefüllt werden. Familienzeit. Freude. Frühling und Neubeginn.
Und gleichzeitig eine Welt, die auf dem Kopf zu stehen scheint. In der betende Menschen verhaftet und andere grundlos getötet werden. In der Hass und Gewalt auf dem Vormarsch zu sein scheinen. Nicht nur weit weg.
Absolutes Gefühlschaos.
Eine Zeit der Gleichzeitigkeit.
Schmerz und Freude so nahe beieinander.
Inmitten dieser Gleichzeitigkeit sind wir mit all unseren Gefühlen. Mit der Freude über das, was der Ostermorgen wohl bringt, über lachende Kinder und die kleinen Dinge, die das Leben so schön machen, und darüber, was wir gemeinsam alles schaffen können. Aber eben auch mit all der Angst vor der Gegenwart und der Zukunft.
In diesen Momenten ist es, als würden wir mit am Abendmahlstisch sitzen und uns über Jesu wunderbare Gemeinschaft freuen. Wir freuen uns über seine Botschaft und sein Versprechen, auch in den dunkelsten Zeiten an unserer Seite zu sein.
Gleichzeitig schnürt es uns die Kehle zu, als Jesus seinen Tod und den Verrat an ihm verkündigt. Eine Welt ohne ihn – die können und wollen wir uns nicht vorstellen. Gleichzeitig ahnen wir: Nur so kann es eine Welt mit ihm geben.
Ja, nicht nur wenn wir die Ostergeschichte hören, sind wir unter den Jünger:innen. Aber gerade dann werden wir an seine Verzweiflung, Trauer und seine Tränen in Gethsemane erinnert.
Plötzlich sieht er nicht mehr aus wie dieser große Wundertäter. Es ist kein Held, der wie ein Geist durch den Sturm schreitet. Da ist kein Leuchten, das die Nacht durchbricht. Nur pure Menschlichkeit. Absolute Verletzlichkeit.
So wie wir sind.
Genau darin liegen doch Hoffnung und Stärke. All die Gleichzeitigkeit, dieser Funken Licht, den wir erst beim zweiten Hinsehen bemerken – mitten in der völligen Schwärze der Nacht.
Weil Jesus so menschlich ist. Weil er uns vormacht, dass Angst, Tränen und Schwäche keine Schande sind. Gerade weil er sich seinem Schicksal stellt. Weil er nicht aufgibt. Für uns.
Sein Versprechen hallt durch die Dunkelheit und die Verzweiflung:
„Ich bin das Licht der Welt, und wer mir nachfolgt, wird niemals wandern in Dunkelheit.“
Erst ist es wie eine leise Ahnung, ein stilles Summen. Aber mit jedem Funken Licht, mit jedem Handeln für das Gute, jedem Gebet und Lied, die von Herzen kommen, wird es lauter.
Aus Worten wird Zuversicht.
Spätestens am Ostermorgen ist sie dann da: die Hoffnung.
Ich wünsche Ihnen allen eine hoffnungsvolle Osterzeit!
Ihre Pfarrerin Dr. Yasmin Vetter
Pfarrerin Dr. Yasmin Vetter